Nachlese

 

10. Öffentlicher Vereinspokal Deutschland

Der Golf & Country Club Gut Heckenhof bei Bonn war am vergangenen Wochenende für drei Turniertage wieder Treffpunkt der bundesdeutschen Public-Golf-Szene und präsentierte den Teilnehmern eine perfekt präparierte Golfanlage. Beim größten öffentlichen Golfturnier in Deutschland traten 7 Mannschaften im Matchplay-Modus, ähnlich dem "Ryder-Cup" bei den Profigolfern ausgetragen, immer mehr an Aufmerksamkeit gewinnt.

Beim Jubiläumsturnier waren neben dem Team Neue Bundesländer, als aktuellen Titelverteidiger, mit dem GSV Düsseldorf e.V. (5 mal) und dem GSV Albatros aus Berlin (1 mal) zwei ehemalige Siegerteams in starker Besetzung angereist, um sich der übrigen Konkurrenz zu stellen. Um ein vorzeitiges Aufeinandertreffen der letztjährigen Finalisten zu vermeiden, wurden die Gruppen gesetzt.

In Gruppe A trafen das Team n.Bl. auf die Berliner, die Düsseldorfer und dem öVP Mixed All Stars, ein Team welches sich aus einzelnen Spielern mit langjähriger Turniererfahrung zusammensetzte. Gruppe B war mit dem Vorjahreszweiten, den Bremer Butjers, den Kölnern vom SSZ und dem Golfcenter Oberhausen auch bestens besetzt.

Ein erstes Zeichen setzten am Freitag bei wechselhaften Wetter in Gruppe A die Titelverteidiger aus Dresden, indem sie Seriensieger Düsseldorf mit 4,5 : 3,5 bezwingen konnten. Parallel erwiesen sich die Hauptstädter mit ihrem 7,0 : 1,0 Sieg gegen das All Stars Team als überaus motiviert. Eher unerwartet, vor allem in der Höhe, unterlagen in Gruppe B die Bremer Butjer mit 2,5 : 5,5 den Kölnern, die vielleicht auch aufgrund der Nähe zum Austragungsort ihre Platzkenntnisse rigoros ausspielen konnten.

Während Samstag Vormittag die zuvor spielfreien Oberhausener sich ihrerseits nun den Bremern mit 2,5 : 5,5 beugen mussten, kam es in der anderen Gruppe bereits zur vorzeitigen Entscheidung um den Gruppensieg. Da Düsseldorf eine überraschende Niederlage (3,5 : 4,5) gegen das Mixed Team erlitt und gleichzeitig die Albatrosse mit 5,0 : 3,0 das Team neue Länder besiegten, stand fest, dass Berlin aufgrund der Regelung des direkten Vergleichs bei Punktgleichheit nun so oder so nicht mehr einzuholen war.

Daher ging es in der Nachmittagsrunde hier "nur" noch um den Einzug in die kleinen Finalspiele um Platz 3 und 5, welches im Duell mit einem 4,5 : 3,5 Sieg für das Mixed Team entschieden wurde.

Um den Gruppensieg der Gr. B doch noch zu erreichen, hätten aus Sicht, der nun auf Schützenhilfe hoffenden Bremer, die Oberhausener den SSZ aus Köln schlagen müssen. Dann allerdings wäre es erstmalig zu einem 3er-Stechen gekommen, da es auch im direkten Vergleich keinen eindeutigen Gruppensieger gegeben hätte. Die Turnierleitung atmete angesichts des knappen Zeitplans dann aber durch das klare 5,0 : 3,0 für die Kölner doch tief durch, auch wenn sich alle Teilnehmer so ein Spektakel gewünscht hätten.

Düsseldorf stand trotz guter Besetzung und knappen Niederlagen als Letztplazierter fest und spielte am Finaltag ein internes Match aus. Ein ständiges Kopf-an-Kopfrennen um Platz 5 lieferten sich Team . Bl. gegen Oberhausen, was schließlich durch Bruttostechen für den Titelverteidiger entschieden wurde.

Wie stark auch ein Mixed Team sein kann, bewies Wilfried Kulike als Captain mit seinen "All Stars", indem die Vorjahreszweiten Bremer Butjer um Jürgen Vesper mit 4,5 : 3,5 bezwungen werden konnten und sie sich den 3. Platz erkämpften. Wilfried Kulike und Rainer Stegen, Teamcaptain der Berliner wurden später noch mit der Urkunde für die "Häufigsten Teilnahmen" (als einzigste 9 mal von 10 dabei gewesen) ausgezeichnet.

Auch Günter Kleiner, der nicht nur als Captain der SSZler fungierte, sondern nebenbei auch noch einige hoffnungsvolle jugendliche Talente in das Turnier integrierte, erwies sich als taktisch versiert und stellte für den Titelkampf ein schlagkräftiges Team zusammen, dass den Berlinern Paroli bieten sollte. Diese nahmen als Einzige an allen 10 öVP's teil und waren daher auch favorisiert. Dennoch entwickelte sich ein ausgeglichenes Match mit wechselnden Führungen den Finaltag über. Das letzte Spiel ging bis zum 18. Loch und brachte doch noch das 4,0 : 4,0, was ein Stechen im Bruttoeinzel bedeutete.

Hier spielte nun auch kein Turnierplan mehr eine Rolle, da es ja um die allerletzte und wichtigste Entscheidung ging : Den Kampf Mann gegen Mann um den Titel !

Christian Kaik (GSV Albatros Berlin, HCP 6,2) und Niko Wohnseifer (SSZ Köln, HCP 15,2) hiessen die Protagonisten, denen seitens ihrer Mannschaften das Vertrauen entgegengebracht wurde, mit einer Einzelleistung den 10. öVP zu entscheiden. Das "Elfmeterschiessen" des Golfens begann der Kölner mit einem langen, aber etwas verzogenen Drive auf die linke Seite der Spielbahn. Der Konter des Berliners war dann aber doch für die vielen Zuschauer mit ca. 250m auf's Fairway mehr als nur eine Antwort. Sichtlich beeindruckt durch diesen "Hammer" und bei wesentlich schwierigerer Lage konnte dem jungen Spieler aus Köln eigentlich nur ein Traumschlag helfen, der ihm aber nicht gut genug gelang. Mit einer perfekten Annäherung bis 3 m an die Fahne zum "Birdie"

Putt zum PAR

unter tosenden Beifall erhöhte Christan Kaik den Druck nicht nur noch, sondern machte den Sack eigentlich schon zu. Der Chip aus etwa 35 m hätte schon "tot" an die Fahne gemusst, um noch einen Hauch einer Chance zu wahren. Dieser Schlag blieb aus und so konnten Alle den Berlinern zum verdienten Sieg gratulieren.


Mit vielen tollen Einzelleistungen (u.a. Turnierrekord mit einer Runde 2 unter Par) zeigte das Teilnehmerfeld, dass der öffentliche Golfsport sich sportlich nicht zu verstecken braucht und sich weiter entwickelt hat. Auch die Verantwortlichen vom G&C Club Gut Heckenhof waren zufrieden und von der Qualität dieses Turnieres und der Teilnehmer überzeugt. Nach dem ÖVP ist vor dem ÖVP, denn das nächste Event ist schon wieder angedacht, vielleicht auch wieder hier, im Siegerland.

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