NACHLESE

11. Öffentlicher Vereinspokal Deutschland

Der Golf & Country Club Gut Heckenhof bei Bonn war am vergangenen Wochenende für drei Turniertage wieder Treffpunkt der bundesdeutschen Public-Golf-Szene und präsentierte den Teilnehmern eine perfekt präparierte Golfanlage. Beim größten öffentlichen Golfturnier in Deutschland, welches immer mehr an Aufmerksamkeit gewinnt, traten 8 Mannschaften im Matchplay-Modus an, ähnlich dem "Ryder-Cup" bei den Profigolfern ausgetragen.

Beim elften Aufeinandertreffen kam mit dem Golf-Spiel-Verein Albatros e.V. aus Berlin, als aktuellen Titelverteidiger, dem Vorjahresfinalisten SSZ Köln, dem früheren Seriensieger GSV Düsseldorf e.V. (5 mal), zwei weiteren ehemaligen Siegerteams (Team neue Bundesländer, Golfpark Schloß Wilkendorf) auch Mannschaften aus Oberhausen und Bremen, sowie einem Mixed Team wieder ein hochkarätiges Teilnehmerfeld zusammen, welches sich durch immer größere Leistungsdichte auszeichnet.

Um ein vorzeitiges Aufeinandertreffen der letztjährigen Finalisten zu vermeiden, wurden die Gruppen gesetzt. In Gruppe A trafen die Berliner gleich auf hochmotivierte Bremer Butjer, die aber beim ersten Gruppenspiel am Freitag mit 5,5 : 2,5 von den Hauptstädtern bezwungen werden konnten. Das traditionell teilnehmende GERMAN Mixed Team gewann etwas überraschend gegen Oberhausen mit 5 : 3

Gruppe B verhieß mit den Kölnern als Vorjahreszweite, den Düsseldorfern, den Brandenburgern vom GC Wilkendorf und dem Team n. Bl. aufgrund derer früheren Erfolge, die vermeintlich stärkere Gruppe zu sein. Während die Kölner mit 5 : 3 gegen die Sachsen noch relativ deutlich obsiegen konnten, mussten sich die Düsseldorfer schon ziemlich strecken, um die Wilkendorfer mit 4,5 : 3,5 auf Distanz halten zu können.

Der frühmorgendliche Start um 07.30 Uhr forderte den Teilnehmern dann am Samstag zum zweiten Gruppenspiel schon einiges ab, so gab es dann auch eine erste "Klatsche" in Gruppe A für das German Mixed, welches mit 1 : 7 gegen Bremen nicht den Hauch einer Chance hatte. Das "All Square" (4 : 4) zwischen Oberhausen und Berlin hatte kaum Bedeutung, da Berlin ja gegen Bremen bereits gewonnen hatte und im Zweifelsfall der direkte Vergleich herangezogen werden würde.

Schon vorzeitig ging es dann in Gruppe B scheinbar um den Einzug ins Finale beim Aufeinandertreffen des "Rheinklassikers" Düsseldorf gegen Köln, was auch leistungsgerecht geteilt wurde. Beide Teams waren also absolut ausgeglichen in ihrer Bilanz, was nötigenfalls ein Stechen hätte zur Folge haben können. Geradezu tragisch könnte man die Serie der Wilkendorfer nennen, da sie zum erneuten Male mit 3,5 : 4, 5 gegen das Team neue Bundesländer unterlagen und somit als einziges Team vor den letzten Gruppenspielen keine Chance mehr auf höhere Platzierungen mehr hatten. Rein theoretisch konnten von 8 Mannschaften tatsächlich noch 7 sich Hoffnung auf ein Finalspiel um den Titel machen, ein Novum beim ÖVP !

Für Spannung war also gesorgt. Doch für einige waren die bereits absolvierten Runden wohl Strapaze genug, um diese Chance dann auch nutzen zu können. So streckten die Oberhausener (Gr. A) ebenso wie die Brandenburger (Gr. B) frühzeitig die Golfsegel und liessen ihre Gegner klar an sich vorbei ziehen, was ihnen beim sonntäglichen Finaltag das Spiel um die goldene Zitrone einbrachte.

Da in Gruppe A der Vorjahressieger aus Berlin sich durch den Sieg über das German Mixed Team die erneute Titelfinalteilnahme sicherte, blieb den Norddeutschen trotz des klaren Sieges nur das kleine Finale um Platz 3 am Sonntag. Ganz anders der Spielverlauf in Gruppe B : Köln war von Beginn der dritten Runde an gegen die Brandenburger auf Siegkurs, Düsseldorf kämpfte gegen die Sachsen über die gesamte Runde bis zum letzten Loch, mussten sie doch gewinnen um ein Stechen gegen die Kölner zu erzwingen. Trotz aller Routine reichte dieses Aufbäumen mit 3,5 : 4,5 nicht aus, was aufgrund der extremen Leistungsdichte in dieser Gruppe nur zum Spiel um Platz 5 am Finaltag führte.

So kam es also zur Wiederholung der Finalpaarung des Vorjahres : GSV Albatros gegen den SSZ Köln-Wahn ! Doch traditionsgemäß starteten die Teams zeitlich von "unten nach oben", also zunächst die Matches um Platz 7, welchen sich überdeutlich die Wilkendorfer gegen Oberhausen mit 7 : 1 - sicherte. Die Düsseldorfer wollten wenigstens Platz 5 und untermauerten mit 6 : 2 dieses Ansinnen gegen das Mixed Team, ebenso wie die Butjers aus Bremen, die an ihrem Anspruch auf den dritten Platz mit 6,5 : 1,5 keinen Zweifel gegen die Golffreunde aus Ostdeutschland aufkommen liessen.

Wer nun aber holte den Titel 2005 ? Die Kölner, die sich immens für die Einbindung auch junger Spieler einsetzen oder doch die Berliner, die über Wintertraining und Qualifikation ihr Team zusammenstellen ?

Vorweg genommen wurde es eines der aufregendsten und spannendsten Finalspiele der ÖVP-Geschichte. Die Domstädter gingen los wie die sprichwörtliche Feuerwehr mit hohen Führungen in den Zwischenständen, sodaß es nach einem sicheren Sieg aussah. Die beiden Vierer gingen vorzeitig an die von Teamcaptain Norbert Reudenbach clever zusammengesetzten Paarungen, bei den Einzeln sah es ebenfalls nicht besonders gut für die Albatrosse um Teamchef Christian Kaik aus.

Doch dann geschah zum Erstaunen der immer größer werdenden Menge an Zuschauern das schier Unmögliche : Den Berlinern gelang eine Aufholjagd, die wohl in die Geschichte des ÖVP`s eingeht. Bei den Einzelmatches holten die Berliner Schlag um Schlag, Punkt für Punkt auf, sodaß es jeweils in 4 Spielen auf der Bahn 18 um die Entscheidung ging. Teilen oder doch noch gewinnen, alles war möglich. Den ausschlaggebenden halben Punkt holte Sebastian Schalow mit seinem "All Square" obwohl er zwischenzeitlich schon mal 4 down lag am letzten Grün zum 4,5 : 3,5 Gesamzsieg und somit zur erfolgreichen Titelverteidigung für die Berliner vom GSV Albatros e.V.

Wenn in diesem Jahr auch keine spektakulären Einzelleistungen, wie Hole in One`s, Unter-Par-Runden o.ä. gezeigt wurden, bleibt doch die Erkenntnis, dass sich der öffentlich orientierte Golfsport in Deutschland enorm entwickelt hat. Dies ist vor allem an der größer gewordenen Anzahl an "Single-HCP-Spielern" festzumachen, ohne die ein Team heutzutage keine Chance mehr auf de Titel beim ÖVP hätte. Auch das ständig steigende Verständnis für den Austragungsmodus als Matchplay wirkt sich qualitätssteigernd aus. Wird doch in der Clubgolfszene oft bemängelt, dass diese Spielform zuwenig Beachtung findet, zeigen die Teilnehmer hier Flagge und werben für die ursprünglichste aller Golfspielvarianten, dem Lochspiel.

Über die vergangenen 11 Jahre ist der Öffentlicher Vereinspokal Deutschland zu einer Institution erwachsen, die in allen Belangen seinesgleichen sucht und eine echte Bereicherung des deutschen Golfsports darstellt. Sowohl die Teilnehmer, wie die Verantwortlichen vom G&C Club Gut Heckenhof als auch die Turnierorganisation waren sehr zufrieden und zuversichtlich, sodaß einer Fortsetzung nichts im Wege steht, vielleicht sogar auch wieder hier, im Siegerland.

ENDPLAZIERUNGEN

1. Platz GSV ALBATROS BERLIN e.V. 

2. Platz SSZ Köln-Wahn e.V.
3. Platz Bremer Butjers
4. Platz Team neue Bundesländer
5. Platz GSV Düsseldorf e.V.
6. Platz GERMAN Mixed Team
7. Platz Golfpark Schloß Wilkendorf
8. Platz Golfcenter Oberhausen

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