NACHLESE

12. Öffentlicher Vereinspokal Deutschland

Der Golf & Country Club Gut Heckenhof bei Bonn war am vergangenen Wochenende für drei Turniertage wieder Treffpunkt der bundesdeutschen Public-Golf-Szene und präsentierte den Teilnehmern eine perfekt präparierte Golfanlage und das sehnsüchtig erhoffte "Schönwetter". Beim größten öffentlichen Golfturnier in Deutschland traten 8 Mannschaften im Matchplay-Modus an, das ähnlich dem "Ryder-Cup" der Profigolfer ausgetragen, immer mehr an Aufmerksamkeit gewinnt.

Der GSV Albatros aus Berlin, als letztjähriger Titelverteidiger angereist, wollte mit dem "Hattrick" seine Chance auf den endgültigen Behalt des imposanten Pokals wahren. Dieses Kunststück, der dreimalige Gewinn hintereinander ist bislang nur dem GSV aus Düsseldorf gelungen, der die unzufriedenstellende Vorjahresplatzierung vergessen lassen machen wollte. Nach dem Reglement wurden die Finalisten des Vorjahres (Berlin und Köln vom SSZ) getrennt gesetzt, um ein vorzeitiges Aufeinandertreffen zu vermeiden

In Gruppe A trafen das Team n.Bl., mehrheitlich aber aus Sachsen stammend auf die Brandenburger vom Golfpark Schloß Wilkendorf, die Bremer Butjer und eben auf die hochmotivierten Kölner, die nach 4 Finalteilnahmen nun endlich auch mal den Pott mitnehmen wollten. Gruppe B versprach mit den beiden Seriensiegern Düsseldorf und Berlin, sowie Oberhausen und ein Regio Mixed Team, welches von 3 Bremern nicht unwesentlich verstärkt wurde, ebenfalls spannende Matches, sodaß sich ein sehr ausgewogenes Feld für die Gruppenspiele ergeben sollte.

Setzten sich am Freitag in Gruppe B die vermeintlichen Favoriten, Berlin mit 5:3 gegen das Mixed Team und D´dorf mit 5,5:2,5 recht sicher gegen Oberhausen durch, ging es in der anderen Riege wesentlich knapper zu. Die Wilkendorfer, wahrlich nicht als Punktelieferant angereist, mussten mit 3:5 eine schmerzliche Niederlage gegen die Sachsen hinnehmen, die mit ihrem Henry Zimmermann (HCP 2,5) den besten Spieler in ihren Reihen aufwiesen. Ein noch junger Spieler, mit viel Kämpferherz und hervorragenden Golfspiel. Köln, aufgrund der Nähe zum Austragungsort und den damit verbundenen besseren Platzkenntnissen, leicht favorisiert, patzten gegen die immer fröhlich aufspielenden Bremer, die sich ein 4:4 erzwangen und so alle Chancen auf einen möglich Gruppensieg wahrten.

Aus den Fehlern des Vortages gelernt, schlugen die SSZ`ler am Samstag Vormittag ihrerseits die Brandenburger, die nun selbst bei einem Sieg am Nachmittag keine Chance mehr auf den Gruppensieg hatten. Was Teamgeist und unverkrampfte Spielweise zu leisten vermag, demonstrierten die Bremer mit einem knappen 4,5:3,5 so nicht ganz erwarteten Sieg gegen das Team aus den (nicht mehr ganz) neuen Bundesländern und lagen nun nach Köln auf Platz 2 der Gruppe A.

Für zuvor vermisste Spannung in Gruppe B sorgten nun Überraschungen, die für den Nachmittag ein für Alle offenes Rennen bedeuteten. Düsseldorf verlor gegen das Regio Mix mit 3,5:4,5 und lag nach dem AllSquare der Berliner gegen Oberhausen nun an nur noch 3. Stelle in der Tabelle. Jede Mannschaft hatte also noch Chancen auf den Einzug ins sonntägliche Titelfinalspiel. Allerdings hatten die Titelverteidiger dabei noch die besten Aussichten, da ihnen ein Unentschieden reichen würde.

Der "ÖVP-Klassiker", GSV Düsseldorf gegen die Albatrosse aus der Hauptstadt in der 8. Neuauflage war daher auch die wahrscheinlich interessanteste Partie des Nachmittags. Ein Pokerspiel der Teamcaptains um die richtige Besetzung der Flights, vor allem bei den Vierern, die sich so oft als "Zünglein an der Waage" herausstellten.

Um den Einzug ins Titelfinale bei Gruppe A hingegen sicher zu stellen, waren die Sachsen nun auf Schützenhilfe seitens der Wilkendorfer angewiesen, die unbedingt gegen Bremen hätten gewinnen müssen, bei gleichzeitig eigenen Sieg gegen Köln, bzw. bei einem Remis es zum Stechen gekommen wäre. Die Entschlossenheit, der bis dato etwas enttäuschenden Riege aus dem östlich von Berlin gelegenen Wilkendorf, sich hier nicht sieglos zu präsentieren, gelang ihnen mit dem klarsten Sieg des Turniers 6,5:1,5 gegen die Bremer, die sich nun mit dem Spiel um Platz 3 begnügen mussten.

Die Spieler und Spielerinnen des SSZ Köln ließen mit einem 5:3 gegen die Südostdeutschen ebenfalls keinen Zweifel offen, sich erneut im Finale wiederfinden zu wollen, um sich im Falle eines Sieges endlich auch mal auf die Liste der Titelträger eintragen lassen zu können. Aufgrund des direkten Vergleichs blieb den Sachsen aber das Spiel um Platz 5, während Wilkendorf trotz des hohen Sieges Gruppenletzter wurde.

Aber wer konnte sich in der anderen Gruppe durchsetzen ? Golfcenter Oberhausen, das, die Spielstärke betreffend, ausgeglichenste Teilnehmerteam stellte, setzte sich mit 5:3 gegen das Mixed Team durch, welches anderenfalls tatsächlich ins Finale hätte einziehen können, da es D`dorf ja geschlagen hatte. Denn diese traten früh auf`s Gaspedal und sicherten sich nun nach dem für sie peinlichen letzten Platz des Jahres zuvor, mit 5:3 gegen die Berliner die erneute Finalteilnahme. Durch diese verpasste Gelegenheit musste Berlin überdies noch ins Stechen gegen Oberhausen, um wenigstens das kleine Finale um Platz 3 zu erreichen, was auch gelang.

Die Anstrengungen der Gruppenspiele, vielleicht aber auch ein zu häufiger Wechsel bei der Zusammensetzung, verkraftete das Mixed Team wohl am Wenigsten und kamen über ein 2:6 nicht hinaus. Das Team n.Bl. erkämpfte sich ein leistungsgerechtes Unentschieden, welches durch siegreichen Stechens seitens des besten Spielers souverän in Platz 5 umgewandelt werden konnte. Ihre Stärke zeigten die Hauptstädter dann gegen die Norddeutschen, indem sie trotz heftiger Gegenwehr Bremens mit 4,5:3,5 den Platz 3 sicherten.

Ein Aufeinandertreffen zwischen Köln und Düsseldorf birgt nicht nur beim Golfen einige Brisanz, ist diese spezielle Städtefreundschaft doch bundesweit immer ein Hingucker. Während die beiden Vierer zunächst an die Kölner gingen, konterte D`dorf mit 3 Siegen bei den Brutto-Einzelspielen. Also mussten die Netto-Einzel, die als letzte ins Rennen gingen die mögliche Entscheidung bringen. Es entwickelte sich ein offener Schlagabtausch : Köln holt 2 Siege zum zwischenzeitlichen 4:3 aber im allerletzten Match stand der Teamcaptain Bernd Stahlmecke höchstselbst auf dem Platz und sicherte mit einem souveränen 6auf 4 gegen Axel Wölk das All Square !

Dominik für Köln beim Stechen

Wie im letzten Jahr, also schon fast traditionell, musste wieder ein Stechen entscheiden, wer sich 2006 den ÖVP-Titel holt. Die teils bitteren Erfahrungen aus Kölner Sicht wollte Dominik Mondinalli (HCP 15) nun endgültig ausgerechnet gegen den erfahrenen Michael Fassbender (HCP 8) Vergessen machen lassen.

Und der Recovery Putt über ca. 7m zum allsquare am ersten Loch ließ die Nervenstärke des jungen Dominik erahnen, letztlich setzte sich doch aber die Erfahrung durch und Michael Fassbender holte am 2. Extraloch den Pott und den Titel wieder auf die Lausward am Rhein für den GSV Düsseldorf e.V. zurück.

Mit vielen tollen Einzelleistungen und geschlossenen Teamgeist zeigte das Teilnehmerfeld, dass der öffentliche Golfsport sich sportlich nicht zu verstecken braucht und sich ständig weiter entwickelt. Auch die Verantwortlichen vom G&C Club Gut Heckenhof waren zufrieden und von der Qualität dieses Turnieres und der Teilnehmer überzeugt. Nach dem ÖVP ist vor dem ÖVP, denn das nächste Event ist schon wieder angedacht, vielleicht auch wieder hier, im Siegerland.

ENDPLAZIERUNGEN

1. Platz GSV DÜSSELDORF e.V. 

GSV Düsseldorf e.V.

2. Platz SSZ Köln-Wahn e.V.
3. Platz GSV Albatros e.V.
4. Platz Bremer Butjers
5. Platz Team neue Bundesländer
6. Platz GERMAN Mixed Team
7. Platz Golfpark Schloß Wilkendorf
8. Platz Regio Mixed Team

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